Getting Ready – so werden die Vorbereitungen entspannt
Es ist der leiseste Teil des Tages und emotional oft der stärkste. Vorausgesetzt, das Zimmer sieht nicht aus wie nach einem Umzug.

Warum ich früh komme
Die Stunde vor dem Losfahren hat eine besondere Stimmung: Vorfreude, ein bisschen Nervosität, die Menschen, die euch am nächsten stehen, alle in einem Raum. Später am Tag wird es laut und voll – hier ist es noch ruhig.
Genau deshalb entstehen morgens oft die ehrlichsten Bilder des ganzen Tages. Die Mutter, die sich heimlich eine Träne wegwischt. Die Trauzeugin, die den Reißverschluss schließt und dabei kurz die Luft anhält. Das kann man nicht stellen.
Ich bin Michael, Fotograf aus Römerberg bei Speyer. Was ihr für gute Getting-Ready-Bilder braucht, ist überschaubar – vor allem ein aufgeräumtes Zimmer und ein Fenster.
- Zeit: 60–90 Minuten vor dem Losfahren
- Raum: hell, mit Fenster, aufgeräumt
- Licht: Deckenlampen aus, Tageslicht an
- Details: Ringe, Schuhe, Parfum, Einladung bereitlegen
- Personen: so wenige wie möglich im Raum
- Kleidung vorher: etwas Schlichtes, das gut aussieht
Vier Dinge, die den Unterschied machen
Fünf Minuten Aufräumen am Morgen sparen später zwanzig Bilder mit Chaos im Hintergrund.

Wie die Stunde typischerweise aussieht
Details zuerst
Während bei euch noch die Haare gemacht werden, fotografiere ich in Ruhe die Details. Das ist unaufgeregt, stört niemanden und ist danach erledigt – wenn es hektisch wird, muss ich nicht mehr an die Ringe denken.
Dann die Menschen
Wer im Raum ist, kommt ins Bild: Mutter, Schwester, Trauzeuginnen. Ich sage dabei fast nichts. Je normaler ihr euch verhaltet, desto besser werden die Aufnahmen.
Das Ankleiden
Der Moment, für den ich eigentlich da bin. Wenn ihr wollt, dass nur bestimmte Personen dabei sind, sagt es vorher – ich richte mich danach und bin auch selbst kurz draußen, wenn euch das lieber ist.
Der erste Blick
Wenn das Kleid sitzt, kommen meist die Eltern herein. Diese Reaktion ist unbezahlbar und dauert zwei Sekunden. Deshalb stehe ich dann schon bereit und nicht mehr am Fenster mit den Ringen.
Was Paare mich dazu fragen
Wie lange braucht ihr für das Getting Ready?
60 bis 90 Minuten sind ideal. Weniger geht auch, dann fallen die Detailaufnahmen kürzer aus. Deutlich mehr ist selten nötig.
Fotografiert ihr auch beim Bräutigam?
Ja, wenn es zeitlich passt. Beim Bräutigam geht es größtenteils schneller – Krawatte, Manschettenknöpfe, ein Bier mit den Trauzeugen. Rechnet 30 Minuten.
Sollen wir das Kleid schon anhaben, wenn ihr kommt?
Nein, genau das Ankleiden ist der Kern dieser Stunde. Haare und Make-up dürfen aber gern fertig sein, sonst wird es zeitlich eng.
Was, wenn unser Zimmer klein und dunkel ist?
Dann arbeiten wir damit. Ein Fenster reicht mir. Falls es gar kein Tageslicht gibt, sage ich euch vorher Bescheid und wir suchen einen anderen Raum im Haus.
Dürfen viele Leute dabei sein?
Ihr entscheidet. Fotografisch gilt: Je weniger Menschen im Raum, desto ruhiger die Bilder. Sechs Personen in einem Hotelzimmer sind schwierig, drei sind angenehm.
Können wir das Getting Ready weglassen?
Natürlich. Es ist der Teil, den Paare am häufigsten streichen, wenn das Budget knapp ist. Aus meiner Erfahrung ist es aber auch der, den sie hinterher am meisten vermissen.
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Erzählt mir von eurem Morgen
Wo zieht ihr euch an, wie viel Zeit habt ihr, wer ist dabei? Schreibt mir über die Kontaktseite – dann sage ich euch, wann ich da sein sollte. Bilder aus dieser Stunde findet ihr in der Galerie Getting Ready.
Euer Michael von Loveportrait
