In der Kirche

Kirchliche Trauung – Bilder, die die Stimmung des Raums behalten

Eine Kirche ist der schwierigste Raum, den ein Hochzeitstag zu bieten hat: wenig Licht, harte Kontraste, klare Regeln. Und einer der schönsten.

Brautpaar draußen durch Fenster betrachtet
In eigener Sache

Warum ich hier besonders leise arbeite

Eine kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, kein Fototermin. Das klingt selbstverständlich, ist es aber offenbar nicht – ich habe schon Kollegen erlebt, die mitten in der Predigt durch den Mittelgang liefen. Danach ist der Pfarrer verständlicherweise für Jahre schlecht auf Fotografen zu sprechen.

Ich bewege mich an den Seiten, langsam, ohne Blitz. Vorher spreche ich mit dem Pfarrer oder dem Pfarrbüro, was erlaubt ist. Meist ist mehr möglich, als man denkt – gerade weil man gefragt hat.

Ich bin Michael, Fotograf aus Römerberg bei Speyer, und fotografiere in Kirchen in der ganzen Region – vom Dom in Speyer bis zur Dorfkirche in der Pfalz.

Das Wichtigste in Kürze
  • Dauer: 45–60 Minuten, mit Messe auch 90
  • Blitz: nein – ausschließlich vorhandenes Licht
  • Position: seitlich, nie im Mittelgang, nie vor dem Altar
  • Absprache: ich frage vorher im Pfarrbüro nach den Regeln
  • Kritische Momente: Einzug, Ringtausch, Segen, Auszug
  • Danach: Spalier und Gratulation vor der Kirche
Jede Gemeinde handhabt es anders. Was gilt, kläre ich vor eurem Termin.
Der Ablauf

Die vier Momente, auf die es ankommt

1
Der Einzug
Der emotionalste Moment der ganzen Zeremonie – und der einzige, der sich nicht wiederholen lässt. Ich stehe dafür vorne seitlich und fotografiere nicht den Einzug selbst, sondern das Gesicht, das ihn erwartet.
2
Ringtausch und Segen
Hier bin ich so nah, wie die Absprache es erlaubt. Wenn ich vorne nicht stehen darf, arbeite ich mit längerer Brennweite von der Seite – das Ergebnis sieht man den Bildern nicht an.
3
Die Gesichter im Kirchenschiff
Während ihr vorne steht, passiert hinter euch mindestens genauso viel. Eltern, die weinen. Kinder, die zappeln. Freunde, die sich ansehen. Diese Bilder bekommt ihr sonst nie zu sehen.
4
Der Auszug
Türen auf, Licht von draußen, Glocken, meist Reis oder Seifenblasen. Für mich der beste Moment der kirchlichen Trauung – und einer der wenigen, in dem ihr gemeinsam auf die Kamera zulauft, ohne dass es gestellt wirkt.

Eine kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, kein Fototermin. Wer das respektiert, bekommt am Ende die besseren Bilder.

Kirche voller Menschen bei einer Feier von oben.
Technisch gesehen

Was dunkle Kirchen für die Bilder bedeuten

Wenig Licht, viel Kontrast

In vielen Kirchen fällt das Licht durch hohe Fenster steil nach unten – helle Flecken, dunkle Bänke. Das ist fotografisch anspruchsvoll, gibt den Bildern aber genau die Atmosphäre, für die man den Raum überhaupt gewählt hat.

Warum ich zwei Kameras trage

Objektivwechsel kostet Sekunden, und Sekunden sind in einer Zeremonie zu viel. Ich arbeite mit zwei Bodies mit unterschiedlichen Brennweiten, damit ich vom Gesamtbild zum Detail wechseln kann, ohne mich zu bewegen.

Ein Wort zu den Gästen

Handys stören in der Kirche mehr als anderswo – ein aufgehaltenes Tablet im Mittelgang ruiniert den Einzug. Viele Pfarrer bitten ohnehin darum, die Geräte wegzulassen. Mehr dazu unter Unplugged Wedding.

Danach wird es hell

Nach dem Auszug ändert sich alles: Sonne, Bewegung, laute Freude. Plant für Spalier und Gratulation mindestens dreißig Minuten ein, bevor es zum nächsten Programmpunkt geht.

Häufige Fragen

Was Paare mich dazu fragen

Darf in der Kirche überhaupt fotografiert werden?

In den allermeisten Kirchen ja, aber mit Regeln. Manche Pfarrer erlauben nur Bilder vom hinteren Bereich, andere lassen einen frei laufen. Ich spreche das grundsätzlich vorher ab – oft reicht ein kurzer Anruf im Pfarrbüro.

Fotografiert ihr mit Blitz in der Kirche?

Nein, praktisch nie. Blitz stört die Zeremonie und zerstört die Stimmung des Raums. Kirchen sind dunkel, das ist eine technische Herausforderung – aber genau dafür gibt es lichtstarke Objektive und Erfahrung.

Wie lange dauert eine kirchliche Trauung?

Eine evangelische oder katholische Trauung dauert meist 45 bis 60 Minuten, eine Trauung mit voller Messe kann auch 90 Minuten dauern. Plant den Sektempfang danach nicht zu knapp.

Wo steht ihr während der Zeremonie?

So unauffällig wie möglich. Ich bewege mich langsam an den Seiten, gehe nicht durch den Mittelgang und stehe nie vor dem Altar. Viele Gäste erzählen mir hinterher, sie hätten mich kaum bemerkt.

Bekommen wir Bilder vom Auszug und Spalier?

Ja, das gehört für mich fest dazu. Der Auszug aus der Kirche ist einer der wenigen Momente, in dem ihr beide gemeinsam auf alle zulauft – meist mit einem Lachen, das den ganzen Tag hält.

Was ist mit ökumenischen oder anderen Zeremonien?

Kein Problem. Ich habe ökumenische Trauungen, orthodoxe Zeremonien und Trauungen in verschiedenen Gemeinden fotografiert. Wichtig ist nur, dass wir die jeweiligen Regeln vorher kennen.

Kontakt

In welcher Kirche heiratet ihr?

Schreibt mir über die Kontaktseite, in welcher Gemeinde ihr heiratet. Ich kläre die Regeln vor eurem Termin, damit am Tag selbst niemand diskutieren muss. Bilder aus Kirchen findet ihr in der Galerie Zeremonie.

Euer Michael von Loveportrait