Konfetti, ausgelassene Gäste, der erste Tanz und irgendwann fliegen die Krawatten: Auf der Hochzeitsparty bin ich mittendrin statt nur dabei. Ich fotografiere die Stimmung so, wie sie sich angefühlt hat – laut, ehrlich und voller Leben.
Wenn das Programm vorbei ist, wird es erst richtig gut. Reden, bei denen alle lachen, ein Eröffnungstanz mit weichen Knien, Großeltern auf der Tanzfläche und Freunde, die um zwei Uhr noch nicht nach Hause wollen. Dieser Teil des Tages lebt von Timing – und davon, dass der Fotograf lange genug bleibt.
Der Einzug ins Restaurant oder in die Scheune ist der erste große Applausmoment des Abends. Ich stehe dafür so, dass ich euch und die Gesichter der Gäste zusammen im Bild habe.
Während des Essens halte ich mich zurück. Niemand möchte sich kauend auf Fotos wiederfinden – ich nutze die Zeit für Detailaufnahmen von Tischen, Deko und Menükarten.
Der Tortenanschnitt braucht Licht und Platz. Ich schaue vorher, wo die Torte steht, und bitte gegebenenfalls darum, sie einen Meter von der Wand wegzurücken.
Fotografiert wird die Torte immer auch vorher unangeschnitten – Konditorinnen und ihr freut euch später darüber.
Beim ersten Tanz gehe ich einmal um euch herum, damit unterschiedliche Hintergründe entstehen. Wenn Nebelmaschine oder Wunderkerzen im Spiel sind, sagt mir kurz vorher Bescheid.
Ein Hinweis aus Erfahrung: Bittet den DJ, das Deckenlicht während des Tanzes nicht komplett auszuschalten. Ein Rest Grundlicht macht den Unterschied zwischen Silhouetten und Gesichtern.
Bei Reden fotografiere ich nicht nur den Redner, sondern vor allem euch beide. Eure Reaktionen sind der eigentliche Inhalt dieser Bilder.
Sagt mir vorher, wenn Überraschungen geplant sind – Videobotschaften, Auftritte, Chöre. Dann bin ich rechtzeitig an der richtigen Stelle statt gerade am Objektivwechsel.
Discolicht ist bunt, hart und blitzt in alle Richtungen. Ich setze abends deshalb eigenes Licht ein – seitlich, entfesselt, mit Gegenlicht von hinten.
So bleiben Gesichter erkennbar, und die Bilder wirken trotzdem nach Nacht und Party statt nach Passfoto mit Blitz.
Ein guter Endpunkt ist etwa eine Stunde nach dem Eröffnungstanz, wenn die Tanzfläche voll ist. Wer die Feier komplett dokumentiert haben will, bucht bis zum Mitternachtssnack oder darüber hinaus.
Ich sage euch ehrlich, ab wann sich die Bilder wiederholen – ihr sollt keine Stunde bezahlen, die euch nichts mehr bringt.
Meistens bis etwa eine Stunde nach dem Eröffnungstanz. Längere Begleitung ist jederzeit möglich, wenn ihr die ganze Nacht dokumentiert haben wollt.
Nur zurückhaltend. Essende Gäste sind kein gutes Motiv – ich nutze die Zeit lieber für Deko, Details und Stimmungsbilder.
Ja, abends arbeite ich mit gesetztem Licht. Ohne wären die Bilder bei Discolicht unbrauchbar. Ich setze das Licht aber seitlich, nicht frontal.
Ein bisschen Grundlicht während des Eröffnungstanzes und eine kurze Info, wenn Nebel oder Wunderkerzen kommen. Mehr nicht.
Unbedingt. Überraschungsauftritte, Reden und Spiele bekomme ich sonst erst mit, wenn sie schon laufen. Ein grober Ablaufplan reicht.
Ja, das ist ein großer Teil des Abends. Ergänzend gibt es die FACES-Portraits – ruhige Bilder eurer Gäste außerhalb der Tanzfläche.
Passend dazu: die Nachtportraits und die FACES-Gästeportraits. Wie ihr euren Ablauf plant, steht im Beitrag Zeitplan für Hochzeitsfotos.