Zeremonie – der Moment, in dem aus Ja ein Wir wird

Die Trauung fotografieren – der Moment, den man nicht wiederholen kann

Ob kirchliche Trauung, Standesamt oder freie Zeremonie: Wenn ihr euch das Ja-Wort gebt, fotografiere ich unaufdringlich und mit viel Gefühl. Die Tränen, das Lachen, der erste Kuss als Ehepaar – genau diese Augenblicke sollen euch für immer bleiben.

Ringtausch, erster Kuss, Tränen in der zweiten Reihe: Die Zeremonie dauert oft nur zwanzig Minuten und liefert die Bilder, die später am häufigsten angeschaut werden. Hier gibt es keine zweite Chance – deshalb bereite ich diesen Teil am gründlichsten vor.

Standesamt, Kirche, freie Trauung

Jede Form hat ihre eigenen Regeln. Im Trauzimmer ist es meist eng und das Licht schwierig, dafür sitzen alle nah beieinander. In der Kirche habe ich mehr Raum, aber häufig strenge Vorgaben. Bei einer freien Trauung im Grünen bin ich am freiesten – dort ist die Sonne die größte Herausforderung.

Ich schaue mir den Raum vor Beginn an, suche zwei bis drei Standpunkte und bleibe dann bei diesen. So entsteht kein Herumlaufen während eurer wichtigsten Minuten.

Absprache mit Standesamt und Pfarrer

Ich stelle mich vor der Trauung immer kurz beim Standesbeamten, beim Pfarrer oder bei der Traurednerin vor und frage, was erlaubt ist. Diese zwei Minuten ersparen allen Beteiligten unangenehme Situationen – und in den allermeisten Fällen bekomme ich mehr Spielraum, als in den Hausregeln steht.

Wenn es Einschränkungen gibt, halte ich mich daran. Das ist kein Verlust: Auch aus der letzten Reihe mit langer Brennweite entstehen Bilder, die den Moment tragen.

Leise arbeiten

Meine Kameras arbeiten lautlos, ich blitze während der Zeremonie nicht. Nichts ist unangenehmer als ein Klicken oder ein Blitz genau in dem Augenblick, in dem jemand um Worte ringt.

Das heißt auch: keine Zurufe, keine Wiederholungen, keine gestellten Momente. Was ihr auf den Bildern seht, ist genau so passiert.

Ringtausch und erster Kuss

Für den Ringtausch stehe ich seitlich, damit man Hände und Gesichter zusammen sieht. Beim Kuss ist die Position entscheidend – frontal wirkt er offen, von der Seite dramatischer.

Ein ehrlicher Praxistipp: Haltet den Kuss zwei Sekunden länger als ihr denkt. Das fühlt sich für euch lang an, ergibt aber den Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem Bild, das ihr aufhängt.

Licht in Kirchen und Trauzimmern

Kirchen sind dunkel, Trauzimmer haben oft Neonlicht und farbige Wände. Ich arbeite deshalb mit lichtstarken Festbrennweiten und einer Kamera, die auch bei wenig Licht saubere Bilder liefert.

Farbstiche durch Mischlicht korrigiere ich in der Nachbearbeitung. Das ist Handarbeit, gehört aber zu jeder Trauung dazu, die nicht draußen stattfindet.

Auszug und Gratulation

Nach dem Auszug kommt die vielleicht emotionalste Viertelstunde des Tages: Umarmungen, Sektempfang, Gratulanten. Ich bleibe dabei nah dran, weil hier ungestellte Reaktionen entstehen, die kein Shooting nachstellen kann.

Danach ist ein guter Zeitpunkt für die Gruppenbilder – alle sind noch beisammen und wissen, wo sie hingehören.

Häufige Fragen zu Zeremonie

Darf man in der Kirche überhaupt fotografieren?

In den meisten Fällen ja, oft mit Auflagen. Ich spreche vorab mit dem Pfarrer oder Küster und halte mich an die Vorgaben. Selbst bei strengen Regeln entstehen gute Bilder – nur eben von einem anderen Standpunkt.

Blitzt du während der Trauung?

Nein. Während der Zeremonie arbeite ich ausschließlich mit vorhandenem Licht und lautloser Kamera. Blitzlicht setze ich frühestens beim Auszug oder abends bei den Nachtportraits ein.

Wo stehst du während der Zeremonie?

Ich suche mir vorher zwei bis drei feste Positionen und wechsle nur in ruhigen Passagen. So bin ich nie im Blickfeld eurer Gäste und laufe nicht durch den Mittelgang.

Was passiert, wenn Fotos verboten sind?

Dann fotografiere ich vom Eingangsbereich oder von der Empore und konzentriere mich auf Ankunft, Auszug und Gratulation. Ich sage euch vorher ehrlich, was dabei möglich ist und was nicht.

Fotografierst du auch die Unterschrift beim Standesamt?

Ja, das ist ein fester Teil. Meist bekommt man dabei sogar den Blickwechsel zwischen euch beiden mit, der schöner ist als die Unterschrift selbst.

Wie viele Bilder entstehen bei der Zeremonie?

Das hängt von der Länge ab. Bei einer standesamtlichen Trauung sind es meist 60 bis 100 bearbeitete Bilder, bei einer kirchlichen oder freien Trauung deutlich mehr.

Weiter geht es mit den Gruppenbildern und den Augenblicken danach. Details zu den einzelnen Trauungsformen findet ihr bei der standesamtlichen Trauung, der freien Trauung und der kirchlichen Trauung.